Wissenswertes - Geschichte der Bohrtechnik 2. Steinzeitliche Bohrmaschinen.
Seit der Steinzeit ist der Fiedelbohrer im Gebrauch. Er bestand zunächst aus einem Jagdbogen, dem Bohrschaft mit Spitze und einem passenden Stein, mit dem man die Bohrspindel niederdrückte. Die Bohrspitze wurde meist aus Feuerstein hergestellt. Man band sie in den Holzschaft ein, den man mit dem Bogen in Drehung versetzte. Das Durchbohren eines Steines mittels eines steinernen Spitzbohrers ist keine leichte Arbeit, weil der ganze Inhalt des Bohrloches zu Staub zerrieben werden musste.
Man deshalb zu jener Zeit eine bedeutsame, erst Jahrtausende später wiedererfundene Verbesserung der Bohrtechnik in der sogenannten Kernbohrung. Es wird dabei nicht mit einem Spitzbohrer gearbeitet, sondern mit einem Rohr, so dass in der Mitte der Bohrung ein Kern stehen bleibt. Infolgedessen braucht man nicht den ganzen Inhalt des Bohrloches zu zerreiben, sondern nur einen wesentlich geringeren Teil. Auf der nebenstehenden Abbildung kann man den Unterschied sehen: oben eine Steinaxt mit Spitzbohrung, darunter die Kernbohrung in einem Rundstein.Aus dem steinzeitlichen Bohrapparat entwickelte sich dann eine Maschine. Als Rahmen des Gestells dienten drei senkrechte Pfosten, die einen waagerechten Querbalken festhielten. Dieser Querbalken hat den Zweck, das obere Ende des Bohrers festzuhalten und darauf einen gewissen Druck auszuüben. Zu diesem Zweck wurde das Ende des Balkens mit einem Stein beschwert.
Der Querbalken musste bis zu einer gewissen Spannweite sich senkrecht auf und ab bewegen lassen, um einerseits den Bohrer einzustellen, andererseits dem Bohrer abwärts zu folgen. Damit aber dieser Hebel nicht, dem Hin- und Herziehen des Bogens folgend, sich waagerecht hin- und herbewegte, wurde er am freien Ende durch zwei Pfosten fixiert. Auf der Unterseite des Querbalkens wurde eine Steinplatte mit einer Vertiefung angebracht, in die das obere Ende des Bohrschaftes eingesetzt wurde. Für den gewöhnlichen Gebrauch genügte diese Vorrichtung, aber Fundstücke aus Pfahlbauten belegen, dass diese grundlegende Bohrmaschine in ihrer Wirkungsweise optimiert wurde. Beispielsweise konnte die Drehkraft der Bohrspindel durch Anbringung von Schwungsteinen erhöht werden.
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– Aktualisiert am 05.02.2012 –



