Germanische Gottheiten wurden als Pfahlgötter dargestellt.
Pfahlgötter, auch Pfahlgötzen oder Moorpfähle genannt, sind grob geschnitzte Holzfiguren, die germanische Gottheiten verkörpern. Darüber hinaus ist Moorpfahl ein Sammelbegriff unter dem auch nicht menschengestaltige Kultpfähle geführt werden. Fundorte der Pfahlgötter sind neben den Opfermooren auch andere Opferplätze im germanischen Siedlungsbereich. Im Opfermoor von Oberdorla in Nordthüringen, das vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis in das 11. Jahrhundert n. Chr. im Gebrauch war, wurde neben vielen kleinen Holzgötzen aus der Eisenzeit ein großer Pfahlgott mit einem bronzenen Halsreif aufgefunden. Grabungen erbrachten weitere Funde kreisförmiger Zaunanlagen aus Haselruten (teils in Schiffform), in deren Zentren sich Pfahlgötter, Altäre oder Kultpfähle befanden. Die Grabungen förderten des Weiteren zahlreiche Knochen von Menschen, Pferden, Rindern und Ziegen sowie Waffen und verschiedene Alltagsgegenstände zu Tage. Es ist somit von Menschen- und Tieropfern auszugehen.
Seit der Steinzeit wurden in Europa aufgerichtete Holzpfähle verehrt und anderseits wohl auch gefürchtet. Für die germanischen Kulturen ist der Brauch seit der Bronzezeit nachweisbar, als frühestes Objekt gilt das sogenannte Götterpaar von Braak. Die größte Darstellung von germanischen Göttern wurde im Aukamper Moor bei Braak in Schleswig-Holstein gefunden. Dabei handelt es sich um ein Götterpaar, von dem der Mann eine Höhe von 2,80 Meter und die Frau von 2,30 Meter aufweist. Beide Figuren wurden um 500 v. Chr. aus Eichenholz angefertigt. Die heutigen Fundorte von Kultpfählen hängen mit der konservierend wirkenden Umgebung der Moore zusammen. Obwohl die Germanen für die Opferhandlungen Moore bevorzugten, in deren Umfeld die Pfahlgötter standen, zeigt der Fund eines Pfahls in Bad Doberan auf trockenem Grund vermutlich die allgemeine Verbreitung der Pfahlgötter an. Auffällig ist die stark abstrahierende Gestaltung der Pfahlgötzen im Gegensatz zu sonstigen kunsthandwerklich bearbeiteten Gegenständen.
Die Verehrung von kultischen Pfählen ist nicht nur germanisches, sondern auch indogermanisches Gemeingut. Die Verehrung einer Weltensäule oder eines Weltenbaums wird hierbei als ursächliches Motiv basierend auf einem älteren Baumkult gedeutet. Die Irminsul zur karolingischen Zeit, oder die Weltesche Yggdrasil aus den mittelalterlichen Eddadichtungen sind im germanischen Umfeld die bekanntesten Beispiele.
Wissenswertes
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– Aktualisiert am 10.09.2010 –


