Pressebericht
Pfahlgründungsmaschine frisst sich tief ins Erdreich.
Betonpfähle geben dem neuen Treppenhaus-Anbau des Widukind-Museums Stabilität.
Vincent Potjes schmeißt den Diesel seines Spezialbohr-Gerätes an. Meter für Meter frisst sich die haushohe Bohrschnecke unerbittlich in den braunen Erdboden. „Die oberen Schichten sind schnell geschafft“, sagt Jochen Schemm von der Tiefbau-Firma JACBO. „Die bestehen hier nur aus Schluff und Sand.“ Um das neue Treppenhaus des Widukind-Museums auf ein tragfähiges Fundament stellen zu können, muss der Bohrer zehn Meter tief in das Erdreich vordringen.
Nach rund einer Stunde ist fester Schieferton erreicht. Direkt neben dem elf Tonnen schweren Bohrgerät hat inzwischen ein Brummi geparkt, der den Beton liefert. Über einen flexiblen Schlauch wird vom Lkw der Beton direkt in das Mittelrohr des Bohrers gepresst, der sich langsam aus dem Boden zurückzieht. Durch die ausgeklügelte Technik wächst in dem Erdreich ein zehn Meter großer Betonpfeiler. Mit fünf weiteren Betonstützen soll er das Fundament des neuen haushohen Treppenhauses tragen. Über diesen schmalen, haushohen Anbau in Richtung Steinstraße werden die künftigen Besucher das „neue“ Widukind-Museum erreichen.
„Durch die Verlegung des Treppenhauses bekommen wir drinnen mehr Platz“, freut sich Museumsleiterin Regine Krull. Der Anbau wird Platz für den Treppenzugang und einen Fahrstuhl bieten. „Damit wird auch die Forderung nach einem behinderten gerechten Zugang erfüllt“, erläutert Dieter Günter-Willmann, Hochbau-Ingenieur der Stadtverwaltung. Die Front des Treppenhauses zur Steinstraße soll aus Glas gestaltet werden, Dach und Seiten erhalten eine Zinkblech-Verkleidung.
Die aufwändigen Pfahlgründungsarbeiten sind nach den Worten von Günter-Willmann erforderlich, weil der „Boden in diesem Bereich nicht ausreichend tragfähig ist“, wie ein Boden-Gutachten ergeben haben. Ein einfaches Streifenfundament zu setzen, sei aufgrund der Gegebenheiten schlichtweg nicht möglich gewesen. Also müsse eine sechsbeinige Betonpfahlgründung für Stabilität sorgen. Günter-Willmann geht davon aus, dass der Treppenhaus-Anbau Ende des Jahres fertig sein wird. Die Bohrfirma gestern jedenfalls wollte ihr Bestes geben und die eintägige Verspätung, mit der sie angerückt war, durch verstärkten Arbeitseinsatz wettmachen.
Quelle: NWEnger-Spenge
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– Aktualisiert am 10.09.2010 –


