Pressebericht
Wohn- und Geschäftshaus, Ribnitz.
Grünes Ungetüm bohrt tief
Mehr als zwanzig Meter hoch, giftig-grün und so stark, dass es sich ohne Probleme 22 Meter tief in die Erde fressen kann: Das Bohrgerät, das derzeit an der Nordseite des Ribnitzer Marktes arbeitet, gründet ein tragfähiges Fundament für das dort entstehende Wohn- und Geschäftshaus. „Der Baugrund ist hier einfach zu schlecht. Ein Haus, das auf einem solchen Untergrund gebaut wird, würde Risse bekommen und absacken“, sagt Polier Stefan Mahrhold.
Durch Pfahlgründungen wird das verhindert. Hierbei werden Bohrpfähle in einen stabilen Grund eingelassen. Die Pfähle tragen später die Last des Hauses. Dabei hat sich die vierköpfige Bohrkolonne aus Sachsen-Anhalt an alten Fundamenten und Findlingen vorbei zu arbeiten. „Der obere Bodenbereich besteht fast nur aus Bauschutt und alten Kellergewölben“, erläutert der Polier weiter.
Insgesamt 18 Löcher werden gebohrt, die mit Beton aufgefüllt werden und so einen stabilen Untergrund bilden. 15 Meter sind sie tief, und: „Insgesamt werden fünfzig Kubikmeter Beton durch eine Pumpe in die Löcher eingelassen“, so der Vorarbeiter.
Nicht nur jede Menge Steine und Schutt gibt es auf dem Baugelände. Auch Keramik-Scherben, die zum Teil aus dem Mittelalter stammen, wurden ans Tageslicht geholt. Ein Fall für Archäologin Marlies Konze. Sie begleitet mit aufmerksamen Augen die Arbeiten und sichert die Hinterlassenschaften der Geschichte.
Quelle: Ostseezeitung
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– Aktualisiert am 10.09.2010 –


