Pfahlsysteme und Herstellverfahren



Rammpfähle

Unter Rammpfählen versteht man nach DIN 4026 Pfähle, die überwiegend durch Einrammen in den Untergrund eingebracht werden. Beim Einrammen wird der Boden seitlich verdrängt und verdichtet. Neben Fertigpfählen zählen auch Ortpfähle zu den Rammpfählen, deren Vortreibrohr eingerammt wird.

Ortbetonrammpfähle

Durch Einrammen eines unten verschlossenen Rohres (Vortreib-, Mantelrohr) wird der im Untergrund erforderliche Hohlraum geschaffen. Das Vortreibrohr kann entweder wieder gezogen werden oder z.B. als Schutz gegen betonschädliche Bestandteile im Boden verbleiben. Durch Vergrößerung der Fußfläche lässt sich der Pfahlspitzenwiderstand steigern.

Stahlrohrpfähle

Der Stahlrohrpfahl eignet sich besonders für die Ausführung von Bauarbeiten in Gebäuden oder bei erschwerten Zugängen. Je nach Arbeitsverhältnissen, Pfahlabmessungen und Bodenbeschaffenheit kann das Einbringen mit sehr kleinen zerlegbaren Maschinen auf Gummireifen ausgeführt werden, die durch eine schmale Türöffnung eingefahren werden oder durch schwerere Maschinen auf Gliederketten. Da die Masse des Stahlrohrpfahls viel geringer als diejenige des gleich schweren Betonpfahls ist, kann das Einbringen mit einem ziemlich leichten Freifallhammer erfolgen. Infolgedessen hält sich die anfallende Erschütterungsstärke relativ in Grenzen. Der Pfahl wird aus verschweißten Stahlrohrabschnitten zusammengesetzt. Im ersten Rohrabschnitt befindet sich ein Kiespropf. Auf diesen Pfropf fällt ein Fallhammer, wobei das Rohr als Führung für den Hammer fungiert. Wenn der Pfahl die Endtiefe erreicht hat, wird er in der gewünschten Höhe abgeschnitten und mit Beton gefüllt. Der Pfahl kann mit einer Fußplatte oder einer Fußverbreiterung aus Stahlbeton oder einem nach dem Einrammen angebrachten Fuß versehen werden.

Minipfähle

Pfähle mit kleinem Durchmesser. In der Regel gerammte Stahlrohrpfähle.

Vollverdrängungspfähle

Durch eine unten am Bohrrohr angebrachte konische verlorene Spitze und einen anschließenden kurzen Schneidkopf wird der Boden vollständig verdrängt und es wird kein Bohrgut gefördert. Der Schneidkopf presst das zu verdrängende Erdreich seitlich in den anstehenden Boden. Nach Erreichen der Solltiefe und Einstellen der Bewehrung in das Bohrrohr wird dieses mit Beton gefüllt, die verlorene Spitze vom Schneidkopf gelöst und das Rohr mit Schneidkopf rückwärts herausgedreht. Der unten austretende Beton füllt den vom Schneidkopf geschaffenen Hohlraum voll aus, so dass sich um den Pfahlschaft ein wendelförmiger ca. 5 cm starker Betonwulst bildet.

Verpresspfähle

Ortbeton- und Verbundpfähle; Pfähle mit kleinem Durchmesser (d = 0,3 m), die ein durchgehendes Tragglied aus Stahl oder Litze besitzen.

Fertigteilpfähle

Fertigteilpfähle werden nicht vor Ort hergestellt, sondern in fertigen Teilabschnitten zur Baustelle gebracht. Dies hat den Vorteil, dass sie unter definierten Bedingungen hergestellt werden und vor Ort lediglich durch Rammen, Vibrieren oder Pressen in den Untergrund eingebracht werden müssen. Ändern sich unerwartet die Anforderungen an die Gründung muss allerdings erst zeitaufwändig nachgebessert werden, hier liegen die Verfahren zur vor Ort Herstellung klar vorne.

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– Aktualisiert am 30.07.2010 –